Messerschmitt Kabinenroller, sieben Jahre Arbeit.
Start › Restaurationen › Messerschmitt Kabinenroller
Da steht er nun, in Holland im August 1994. Er wollte einfach nicht mehr fahren. So entschloss ich mich, nicht nur den Motor zu überholen, sondern den KaRo gleich in sämtliche Einzelteile zu zerlegen, den Rost zu entfernen und ihn neu aufzubauen.
Die Stationen dieser Komplettrestauration wurden im Bild und mit Notizen festgehalten. Dabei wurde auch der jeweilige Zeitaufwand notiert. Was damals als überschaubares Winterprojekt begann, wurde zu einer Geschichte über sieben Jahre, mit vielen Unterbrechungen: Wohnungsumbau, Tochter, Hauskauf, Umzüge.
Eine Geschichte, die vor sieben Jahren begann und nun beendet ist.
Die drei Phasen
Jede Phase der Restauration ist auf einer eigenen Seite dokumentiert, mit dem jeweiligen Zeitaufwand, den Arbeitsschritten und einer Bildergalerie.
40 Std. Demontage, 7,5 Std. gründliche Reinigung. Ohne Bug wird der KaRo zum Schubkarren.
~100 Schrauben- und Nietenlöcher verschlossen, Sandstrahlen, Spritzverzinkung, KTL-Lackierung.
Sonnengelb und Platingrau, Achsen, Motor mit Rissen, Juni 2001 wieder auf der Strasse.
Zeitliche Eckdaten
Zerlegen und Reinigen
Anbauteile wie Spiegel, Lampen, Scheiben und Innenausstattung als erstes ausgebaut. Heck zerlegt, Motor freigelegt, Kotflügel und Einstieg abgeschraubt. Beim Entfernen der doppelten Bleche kam der ganze Rost ans Licht: viele Stellen durchgerostet, sichtbare Löcher. Ohne Bug liess sich der KaRo auf einem Rollbrett bewegen, woher auch der Spitzname „Schubkarren“ kommt, den der Lackierer verwendet hat.
Schweissen und Lackiervorbereitung
Beim Einsetzen oder Austauschen von Blechteilen ist darauf zu achten, dass der Wagen am Ende als Ganzes wieder zusammenpasst. Rund 100 Schrauben- und Nietenlöcher wurden verschlossen. Blechteile an Bug und Heck, Radlaufbleche und Bodenblech wurden getauscht. Der Einstiegsbereich wurde saniert. Anschliessend Sandstrahlen, Spritzverzinkung, stellenweise Verzinnung. Grundierung mit rostbrauner Farbe, Spritzspachtel, Feinschleifen. Die finale Lackierung erfolgte bei einem lokalen Sportwagenhersteller mittels kathodischer Tauchlackierung.
Zusammenbau
Gelbe Lackierung nach Originalvorbild. Zuerst die Pedalerie eingebaut, Bug und Wanne verschraubt, alles auf einem Rollwagen mit Paletten. Dann Vorderachsen, Kabelbaum, Armaturen, Scheinwerfer, Motorträger, Hinterachse. Kotflügel, Motor, Zierleisten, Räder, Einstiegstür folgten. Zur Abdichtung ein gelb eingefärbter, silikonfreier Hybrid-Dichtstoff. Das Einsetzen der Frontscheibe aus ESG-Sicherheitsglas in den noch guten alten Gummi war ein Kinderspiel.
Stationen in Bildern
1994, Ausgangszustand. In Holland, bevor alles begann.
Erste Anbauteile entfernt. Ab hier ist kein Zurück mehr.
Zerlegen, Teil für Teil, inklusive Rostabtrag.
Schweissen am Bug und den Radläufen.
Zusammenbau, gelb lackiert nach Originalvorbild.
Juni 2001, fertig. Nach sieben Jahren wieder fahrbereit.
Nach den Arbeiten am Kurbelgehäuse wurden Innenausstattung und Fahrwerkseinstellung abgeschlossen. Die KTL-Lackierung hält seither ohne sichtbare Rostspuren. Der KaRo ist seit Sommer 2001 wieder im Einsatz und fährt jede Saison wenigstens zu einem grossen Treffen.