Zusammenbau, Stück für Stück zurück.
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Nach endlosen Stunden des Schleifens bekam der KaRo endlich seine Farbe zurück. Das Sonnengelb gab es damals ab Werk beim Messerschmitt, und als Exportmodell war die zweite Farbe des Wagens ein kühles Platingrau. Zwei Töne, die sich an den Zierleisten begegnen und dem kleinen Roller seinen Ausdruck geben. Nach Jahren in Einzelteilen, nach Rostabtrag und KTL-Lackierung, beginnt hier der Weg zurück auf die Räder.
Montagereihenfolge
Rollwagen und Wanne
Zuerst kam die Pedalerie hinein, dann wurden Bug und Wanne verschraubt. Alles entstand auf einem Rollwagen mit mehreren halben Einweg-Paletten. Das brachte nicht nur bessere Arbeitshöhen, sondern sorgte auch für die nötige Platzausnutzung in der engen Garage.
Achsen, Kabelbaum, Technik
Es folgten die vorderen Achsen, der dreiteilige Kabelbaum, Armaturen und Kontroll-Lampen, die Hauptscheinwerfer, Züge, der Motorträger mit der Black Box und schliesslich die Schwinge der Hinterachse. Einige Zierleisten wurden schon leicht angesetzt, vorsichtig, um den noch weichen Lack nicht zu beschädigen.
Kotflügel, Motor, Räder
Kotflügel, Motor, weitere Zierleisten, Räder, die Einstiegstür und die Lenkung kamen ans Fahrzeug. Alle Anbauteile waren zuvor komplett überholt worden. Mit vereinten Kräften wurde der KaRo danach auf die Räder gestellt, was auch nötig war, um den Alurahmen und die Fensterrahmen aufzusetzen.
Abdichten und Scheiben
Zwischen den Blechen sitzt ein silikonfreier Hybrid-Dichtstoff auf MS-Polymer-Basis, dank guter Kontakte passend gelb eingefärbt. Das im Gästezimmer vormontierte Heck war schnell angebracht und mit der Wanne elektrisch verbunden.
Das Einsetzen der Frontscheibe aus Sicherheitsglas (ESG) in den noch guten alten Gummi war ein Kinderspiel.
Der Motor macht Ärger
Kurz vor der geplanten Fertigstellung zum Messerschmitt-Jahrestreffen in Heidelberg kam der Moment der Wahrheit. Der Motor, frisch überholt, lief nicht. Nach mehreren Stunden der Fehlersuche musste er wieder heraus. Beim Zerlegen zeigte sich der Grund: zwischen Kurbelgehäuse und der im Ölbad laufenden Kupplung mehrere Risse. Spuren von zwei Hammerschlägen legten nahe, dass ein Berliner Motorenspezialist vor der Restauration unsachgemäss am Block gearbeitet hatte. Vor jener Überholung lief er noch.
Während der Motor zum zweiten Mal in Einzelteilen lag, ging die Arbeit am Wagen weiter. Die Innenausstattung wurde eingebaut, die Plexihaube exakt angepasst, Sturz und Spur am Fahrwerk eingestellt und all die vielen Kleinigkeiten erledigt, die einen fertig restaurierten Wagen erst alltagstauglich machen.
Juni 2001, fertig
Irgendwann war auch das Kurbelgehäuse wieder dicht, der Motor saugte Luft, zündete, lief. Was 1994 in Holland als Winterprojekt begann, war nach sieben Jahren abgeschlossen. Seit Juni 2001 ist der KaRo wieder im Einsatz und fährt jede Saison zu wenigstens einem grossen Treffen. Die gelbe Lackierung mit den platingrauen Akzenten hält, und an jedem Stein auf der Strasse klingt es so, wie es klingen soll.
Wanne und Bug auf dem Rollwagen mit Paletten.
Vorderachsen und dreiteiliger Kabelbaum an ihrem Platz.
Pedalerie eingebaut, Bug und Wanne fest verschraubt.
Motorträger mit Elektrik (Black Box) und Schwinge der Hinterachse.
Armaturen, Kontroll-Lampen und Scheinwerfer werden angeschlossen.
Erste Zierleisten nur leicht angesetzt, um den weichen Lack zu schonen.
Kotflügel, Zierleisten und Räder folgen, vorsichtig auf weichem Lack.
Mit vereinten Kräften zurück auf die eigenen Räder.
Erst auf den Rädern lassen sich Alu- und Fensterrahmen aufsetzen.
ESG-Frontscheibe im alten Gummi, überraschend willig.
Das im Gästezimmer vormontierte Heck, schnell angebracht.
Kurz vor der Fertigstellung, fast wieder ein ganzer Roller.
Juni 2001, fertig. Sonnengelb mit Platingrau, seither im Einsatz.