Das Goggomobil verließ das Werk in Dingolfing in einer bemerkenswert breiten Farbpalette. Über vierzehn Produktionsjahre hinweg listete Hans Glas GmbH rund vierzig Farbtöne im Werks-Farbprogramm, geordnet nach fünf Farbfamilien: Rot, Weiß und Beige, Blau, Grau sowie Grün. Die Grundlage für diese Dokumentation bildet der Glasurit-Katalog, in dem die Rezepturen und Zuordnungen werksseitig hinterlegt waren.
Nicht jede Farbe war das gesamte Programm über verfügbar. Manche Töne, etwa Cortinagrün GL 60 oder Maisgelb GL 13, standen nur für ein einziges Modelljahr zur Wahl. Andere, wie Kirschrot hell GL 31 oder Rubinrot GL 301, begleiteten das Goggomobil über ein Jahrzehnt und sind heute auf erhaltenen Fahrzeugen am häufigsten zu finden. Zudem gab es Farben, die bestimmten Modellreihen vorbehalten waren: Tannengrün GL 68 beispielsweise wurde laut Katalog nicht für die Goggomobil-Limousine oder das Coupé freigegeben, sondern nur für größere Isar-Modelle.
Neben den Einfarbenlackierungen bot das Werk Zweifarbenkombinationen an, bei denen ein heller Grundton, häufig Indischweiß oder Astralweiß, mit einem dunklen Farbton im unteren Karosseriebereich kombiniert wurde. Diese Kombinationen verliehen den kleinen Fahrzeugen optische Leichtigkeit und gehören heute zu den gesuchtesten Restaurierungszielen unter Sammlern.
Die Rottöne bilden die charakteristischste Farbfamilie des Goggomobil. Korarot GL 38 stand von 1955 bis 1961 im Programm und prägte die frühen Limousinen der ersten Baujahre. Kirschrot hell GL 31, auch als GL 35 gelistet, war von 1957 bis 1967 verfügbar und damit einer der am längsten angebotenen Farbtöne überhaupt. Sambarot GL 37 erschien ausschließlich 1959. Kirschrot dunkel GL 300 löste den helleren Ton teilweise ab und war von 1964 bis 1967 erhältlich. Kirschrot GL 39 schloss daran an und war von 1961 bis 1965 gelistet. Terrakottarot GL 32 stand von 1957 bis 1961 zur Wahl, der eng verwandte Terrakottarot GL 34 nur im Jahr 1956. Rubinrot GL 301 schließlich war von 1959 bis 1967 im Angebot und damit ebenfalls ein langlebiger Ton im Programm.
Korarot GL 38 · Spies Hecker AB 1267
Kirschrot hell GL 31 / 35 · Glasso 408 A 5
Sambarot GL 37 · Glasso 407 C 2
Kirschrot dunkel GL 300 · Glasso 407 G 5
Terrakottarot neu GL 32 · Glasso 412 E 2
Terrakottarot GL 34 · Ducolux AB 1254
Rubinrot GL 301 · Glasso 412 E 2
Die hellen Töne umfassen ein breites Spektrum von reinem Weiß bis zu warmem Beige. Chamonixweiß GL 101 war 1968 im Angebot, praktisch reines Weiß mit nur minimalen Farbzusätzen. Indischweiß GL 17 stand von 1956 bis 1961 zur Verfügung und ist als häufiger Partnerton in Zweifarbenlackierungen bekannt. Astralweiß GL 19 folgte von 1961 bis 1967 als dessen Nachfolger. Saharabeige GL 80 war ein warmer, erdiger Ton, nur 1961 und 1962 erhältlich. Maisgelb GL 13 erschien bereits 1956 im allerersten Programm, Neapelgelb GL 16 von 1957 bis 1961. Monroebeige GL 18 stand 1961 und 1962 zur Wahl. Mélange GL 81, ein gedeckter Sandton, war von 1964 bis 1967 gelistet.
Chamonixweiß GL 101 · Glasso 494 B 6
Indischweiß GL 17 · Glasso 422 B 6
Astralweiß GL 19 · Glasso 422 C 4
Maisgelb GL 13 · Ducolux AB 1252
Neapelgelb GL 16 · Glasso 425 D 3
Mélange GL 81 · Glasso 417 C 3
Mit zehn Tönen ist die Blaufamilie die umfangreichste im Goggo-Programm. Comoblau GL 55, ein mittelhelles Blau mit leichtem Graustich, war von 1962 bis 1964 verfügbar. Aquamarin GL 500 erschien 1967 als blaugrüner Akzent am Ende der Baureihe. Azurblau GL 57 stand von 1964 bis 1967 im Programm. Türkis GL 65 war von 1958 bis 1962 erhältlich, ein Ton, der die Aufbruchsstimmung jener Jahre spiegelt. Baskablau GL 56 war nur 1962 gelistet. Gordonblau GL 53 erschien 1959, Adriablau GL 54 von 1957 bis 1961. Gardablau GL 50 war 1959 gelistet, Horizontblau GL 51 bereits 1957. Nachtblau GL 58 war von 1964 bis 1967 im Katalog, jedoch laut Glasurit-Eintrag nicht für Goggomobile vorgesehen, sondern nur für Glaserzeugnisse.
Comoblau GL 55 · Glasso 462 C 5
Aquamarin GL 500 · Glasso 458 B 4
Azurblau GL 57 · Glasso 471 C 3
Türkis GL 65 · Glasso 459 B 1
Baskablau GL 56 · Glasso 464 D 1
Gordonblau GL 53 · Glasso 465 E 5
Adriablau GL 54 · Glasso 472 G 4
Nachtblau GL 58 · Glasso 477 F 4 (nur Glas)
Grau war im Goggomobil-Programm eine eigenständige, differenzierte Farbfamilie und spielte auch in Zweifarbenkombinationen eine zentrale Rolle. Perlgrau GL 700, ein sehr helles, fast weißes Grau, war 1966 und 1967 erhältlich. Federgrau GL 77 stand 1961 und 1962 zur Wahl, der eng verwandte Federgrau GL 78 von 1964 bis 1967. Ein früher Federgrau-Ton, GL 72, war bereits von 1957 bis 1961 im Programm. Blaugrau GL 71 war von 1956 bis 1961 gelistet und damit einer der ersten Grautöne überhaupt. Palomagrau GL 76, ein mittleres Grau mit leicht warmem Unterton, stand von 1961 bis 1967 zur Verfügung. Mausgrau GL 75 und Graphitgrau GL 74 waren beide 1966 und 1967 verfügbar. Anthrazitgrau GL 73, der dunkelste Grauton im Programm, war ebenfalls 1966 und 1967 gelistet und wurde vor allem als zweite Farbe in Kombinationslackierungen verwendet.
Perlgrau GL 700 · Glasso 496 C 5
Federgrau GL 77 · Ducolux AB 1275
Federgrau GL 78 · Glasso 495 E 5
Federgrau GL 72 · Glasso 493 D 6
Blaugrau GL 71 · Glasso 497 E 5
Palomagrau GL 76 · Glasso 495 E 5
Mausgrau GL 75 · Glasso 497 F 4
Anthrazitgrau GL 73 · Glasso 497 H 5
Die Grüntöne des Goggomobils reichen vom hellen, gelblichen Seegrün bis zum dunklen Tannengrün. Cortinagrün GL 60 war bereits 1955 und 1956, also im allerersten Programm, gelistet, gehört damit zu den ältesten Werksfarben überhaupt. Seegrün GL 67, ein helles, entsättigtes Grün, war von 1961 bis 1967 erhältlich und damit der langlebigste Grünton. Lotosgrün GL 66, warm und leicht gelblich, stand 1961 und 1962 im Angebot. Schilfgrün GL 62, ein mittlerer Grünton mit deutlichem Gelbanteil, war von 1957 bis 1961 verfügbar. Tannengrün GL 68 schließlich erschien von 1963 bis 1967, war jedoch laut Glasurit-Katalog nur für die größeren Isar-Modelle, den GT und den V8 vorgesehen, nicht für die Goggomobil-Limousine oder das Coupé.
Lotosgrün GL 66 · Glasso 441 C 5
Schilfgrün GL 62 · Glasso 438 E 2
Tannengrün GL 68 · Glasso 455 H 3 (nur 1700er, GT, V8)
Neben den Einfarbenlackierungen war das Goggomobil in Zweifarb-Ausführungen erhältlich, vor allem bei den Limousinen der späteren Baujahre. Typische Kombinationen setzten Anthrazitgrau GL 73 mit Indischweiß GL 17 als erste Farbe, wobei der helle Ton den Bereich oberhalb der Gürtellinie übernahm. Bei den Coupés war Palomagrau GL 76 als untere Farbe beliebt, kombiniert mit einem helleren Weiß- oder Beigetonton. Diese Kombinationsfarben waren nicht frei wählbar, sondern wurden vom Werk als fertige Paare angeboten.
Die hier verwendeten Farbtöne und Zeitangaben stützen sich auf Einträge im Glasurit-Katalog, der die werksseitigen Lackmischrezepturen für Spies Hecker, Glasso, Glassomax, Sikkens und Ducolux dokumentiert. Abweichungen zwischen Katalogton und heutigem Fahrzeugbefund sind möglich, da Alterung, frühere Nachlackierungen und unterschiedliche Chargen der Originallacke das heutige Erscheinungsbild beeinflussen. Die gezeigten Farbfelder sind Annäherungen auf Basis der historischen Rezepturen, keine messtechnisch kalibrierten Reproduktionen.