Coupé 1964 · Motor

Der Motor, zwei Zylinder, 400 ccm.

2-Zylinder Zweitakt
Bauart
400 ccm
Hubraum
18 PS
Leistung

Über die Vergangenheit des Motors ist nichts bekannt. Da das Coupé nach seiner Fertigstellung alltagstauglich sein soll, wird er zerlegt und überholt.

Für das 1964er Coupé war von Anfang an klar, dass es nicht beim kleinen 250er bleiben sollte. Ein 400-ccm-Aggregat war verfügbar, passte in den Rahmen der Überlegungen zum Alltagsbetrieb und wanderte folgerichtig auf die Werkbank. Bevor der Motor ins fertig lackierte Fahrzeug eingesetzt wird, muss er jedoch bis auf den letzten Simmerring zerlegt, begutachtet und neu aufgebaut werden. Nur so lässt sich ausschliessen, dass ein unbekannter Vorbesitzer noch eine unangenehme Überraschung hinterlassen hat.

Zerlegen

Als Erstes wurde er in den Montagebock eingespannt. Nach dem Reinigen des Blockes werden die Zylinder abgehoben, Kupplungsgehäusedeckel entfernt. Die Kupplung ist auf dem Bild bereits ausgebaut.

Auf der elektrischen Seite wird das Lüfterrad, Polgehäuse und Lüftergehäuse abgenommen. Nun liegt der Anker frei. Soweit vorbereitet wird der Block im Montageständer auf den Kopf gedreht, damit die zwölf Triebwerksgehäuseschrauben entfernt werden können. Durch Abdrücken am vorderen Lagerzapfen wird das Triebwerksgehäuseunterteil entfernt, Kurbelwelle und Getriebe liegen frei und können herausgenommen werden.

Zweizylinder-Zweitaktmotor des Goggo Coupé, eingespannt im Montagebock zu Beginn der Überholung.

Im Montagebock eingespannt, Block gereinigt, Kupplung bereits ausgebaut.

Elektrische Seite des Motors mit abgenommenem Lüfterrad und freiliegendem Anker.

Elektrische Seite: Lüfterrad, Polgehäuse und Lüftergehäuse ab, der Anker liegt frei.

Auf den Kopf gedrehter Block im Montageständer vor dem Lösen der Triebwerksgehäuseschrauben.

Block im Montageständer gedreht, die zwölf Triebwerksgehäuseschrauben werden gelöst.

Geöffnetes Triebwerksgehäuse mit freiliegender Kurbelwelle und Getriebe.

Nach dem Abdrücken am vorderen Lagerzapfen: Kurbelwelle und Getriebe liegen frei.

Einzelteile des zerlegten Goggo-Motors ausgebreitet auf der Werkbank.

Die abgebauten Teile verteilen sich auf der Werkbank, bereit zur Begutachtung.

Detailansicht der Kurbelwelle mit sichtbar beschädigten Flanschlagern.

Befund an der Kurbelwelle: beide Flanschlager stark zerstört.

Kolben mit festgebrannten Kolbenringen nach dem Zerlegen.

Festsitzende Kolbenringe, dazu ein gebrochener Simmerring lichtmaschinenseitig.

Zerlegtes Getriebe mit sichtbaren Schäden am Rückwärtsgangzahnrad.

Rückwärtsgangzahnrad: viele Zähne abgebrochen, ein klarer Fall für Ersatz.

Wieder zusammengebauter Motor, bereit für den Einbau ins Goggo Coupé.

Neu gelagert und abgedichtet, bereit für den Einbau ins Coupé.

Prüfen und Erneuern

Die abgebauten Teile verteilen sich nun auf der Werkbank. Nach deren Begutachtung stellen wir fest, dass dieser Motor nur wenige Kilometer Freude gemacht hätte. So unvollständig die Liste der Befunde auch ist, sie macht deutlich, warum eine Revision vor dem Einbau nicht verhandelbar war.

Folgende unvollständige Liste an Defekten wurde festgestellt:

  • Simmering lichtmaschinenseitig gebrochen.
  • Kolbenringe fest.
  • Beide Flanschlager an der Kurbelwelle stark zerstört.
  • Viele Zähne am Rückwärtsgangzahnrad abgebrochen.
  • Entlüftungsschrauben falsch positioniert.

Entsprechend wurde neu gelagert, neu abgedichtet, die Kolbenringe erneuert, das Rückwärtsgangzahnrad ersetzt und die Entlüftungsschrauben an die richtigen Stellen gesetzt. Parallel wurde auf eine kontaktlose Zündung umgerüstet, die gerade im Alltagsbetrieb ein spürbarer Gewinn ist: weniger Wartung, saubererer Lauf, zuverlässiger Start auch nach längerer Standzeit.

Zusammenbau und Einbau

Der Zusammenbau folgte der umgekehrten Reihenfolge. Kurbelwelle mit neuen Lagern einsetzen, Getriebe einlegen, Triebwerksgehäuseunterteil aufsetzen, die zwölf Schrauben mit Gefühl anziehen. Dann die elektrische Seite: Anker, Polgehäuse, Lüftergehäuse, Lüfterrad. Zum Schluss die Zylinder mit neuen Kolbenringen und frischen Dichtungen, Kupplung wieder montiert, Kupplungsgehäusedeckel zu.

Der Einbau in das seegrasgrüne Coupé erfolgte im Zuge der Endmontage. Seit dem neu Lagern und Abdichten ist der Wagen nun bereits innerhalb der ersten zwei Wochen über 1000 km mit kontaktloser Zündung gefahren. Unter anderem zum Treffen nach Wohlen in der Schweiz, eine Strecke, die ein kleiner 250er nur mit viel Geduld gemeistert hätte. Der 400er zieht durch, dreht sauber hoch und lässt das Coupé im heutigen Strassenverkehr tatsächlich so mitschwimmen, wie es von Anfang an gedacht war.

Vorherige Phase
Nächste Phase